Wir haben ganz schön gefeiert ... !

10 Jahre Seniorennetzwerk in Sülz und Klettenberg
Festwoche vom 12. bis 18. Oktober 2015

Wie alles begann …
Überwältigt waren die Initiatoren des Seniorennetzwerks um Pfarrer Jost Mazuch an jenem Freitag, dem
21. Oktober 2005, als nachmittags fast 300 Menschen zu einer Informationsveranstaltung unter dem Motto "SENIORENNETZWERK – Wir laden ein!" ins Tersteegenhaus strömten. Der Kirchsaal der evangelischen Kirchengemeinde Köln-Klettenberg platzte förmlich aus allen Nähten. Die Besucher/innen kamen zunächst als Zuhörer/innen, wurden dann aber bald auch zu Ideengeber/innen für die weitere Arbeit.
Neben Vorträgen und einer Podiumsdiskussion mit kompetenten Fachleuten wollten die Netzwerker/innen auf einem "Markt der Möglichkeiten" herausfinden, wie zukünftige Angebote einer modernen, neu strukturierten Seniorenarbeit aus Sicht zukünftiger Teilnehmer/innen aussehen sollte. Sie wollten auch mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die Interesse an der ehrenamtlichen Mitarbeit haben.

Intensive Vorbereitung
Eine aktivierende Befragung in der Kirchengemeinde war der Auftakt Veranstaltung vorausgegangen.
Das war die erste Aufgabe von Danielle Wiesner-von den Driesch, sie war als Koordinatorin des zukünftigen Seniorennetzwerks zum 1. März 2005 eingestellt worden. Dabei ging es darum, zu untersuchen, was sich die Menschen von der neuen Seniorenarbeit in der Kirchengemeinde erhoffen. Ehrenamtliche, Presbyter/innen, Teilnehmer/innen in bestehenden Gruppen, Kirchenmitarbeiter/innen, zukünftige Kooperationspartner/innen im Veedel: Viele Vorstellungen flossen in die weiteren Planungen ein.
So entstand im Laufe der Jahre ein sehr aktives Netzwerk, das sicherlich nicht nur in Köln seinesgleichen sucht.

Ideenwerkstätten
Anfang 2006 wurde dann in sechs Ideenwerkstätten Konkreteres festgelegt. Noch heute finden sich die damals geprägten Überschriften „Soziales Engagement", Geselligkeit und Kreativität", „Kultur Ja! – Aber nicht allein!", Gespräch – Austausch – Bildung", „Bewegung und Gesundheit" und „Unterwegs mit Anderen" im alle vier Monate erscheinenden Programm. In Kleingruppen mit jeweils 15 bis 20 Personen wurden Pläne entworfen und erste Aktivtäten festgelegt: Die Wanderungen (über 70 wurden inzwischen erfolgreich organisiert!), das monatliche Netzwerkfrühstück und der Dämmerschoppen sind schon Klassiker.
Der Spieltreff wurde neu belebt, ein Erzählcafé vorgeschlagen, die Kultur-Bar wurde erdacht.

Ehrenamtliche Mitarbeit
Es herrschten eine einmalige Aufbruchstimmung und eine enorme Bereitschaft zum aktiven Mitmachen. Seitdem entwickelte sich eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen der hauptamtlichen Mitarbeiterin und den vielen Ehrenamtlichen, die bis heute das Netzwerk trägt. Mittlerweile arbeiten weit mehr als 50 Menschen freiwillig und mit großem Engagement mit, außerdem einige Honorarkräfte. Die überwiegend ehrenamtliche Netzwerkarbeit beruht auf dem Prinzip des Geben und Nehmens. Frau Wiesner-von den Driesch beschreibt das so: „In guten Zeiten bringe ich mich mit meinen Ideen und Fähigkeiten ein. Damit tue ich etwas für andere, aber auch für mich. Eine wertvolle Investition für Zeiten, in denen die Kräfte nachlassen oder ich meine zeitlichen Kapazitäten anders einteilen möchte. Für das Engagement erhalte ich gute Fortbildung, regelmäßigen Austausch und Unterstützung für meine Tätigkeit. Das wichtigste aber sind sicherlich
Einbindung und Vernetzung, gute Nachbarschaft und viele Freundschaften, die mit den Jahren
gewachsen sind."

Kontakt und Hilfe im Seniorennetzwerk
Alle Gruppenangebote und Veranstaltungen dienen dem Kontakt und der Kommunikation. Ob man gerne zum Sport oder zum Gedächtnistraining geht, ob man tanzen oder lieber im Chor singen möchte, ob man mit Gleichgesinnten handarbeiten oder über Literatur diskutieren will, ob einem regelmäßige Französisch- und Englisch-Konversation oder die gemeinsamen Busfahrten, Museums- und Theaterbesuche wichtig sind: Im Mittelpunkt stehen immer Begegnung, Lebensfreude und Engagement.

Aber auch das Sich-um-Andere-kümmern. Davon zeugen der neu belebte Besuchsdienst, die Ansiedlung des „Sölzer Körvje" in der Kirchengemeinde und der Förderverein Seniorennetzwerk e. V., der mit den eingenommenen Spenden und Mitgliedsbeiträgen sinnvolle Projekte fördert. Die sind beispielsweise die regelmäßigen Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche und die Hilfen für bedürftige Menschen. Auch greift der Sozialfonds der evangelischen Kirchengemeinde als Unterstützung für einige Bewohner/innen des Lamerdin-Hauses. Von finanziellen Hilfen abgesehen hat die enge persönliche Vernetzung schon vielen Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder gar Lebenskrisen geholfen.

Friedrich Lamerdin-Haus mit Café Lamerdin
Seit 2010 stellt die evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg mit 32 modern ausgestatteten Wohnungen im Friedrich Lamerdin-Haus seniorengerechten Wohnraum zur Verfügung. Im Jahr 2012 fanden das Netzwerkbüro (Eingang Einhardstraße) und das Café Lamerdin in der Wittekindstraße 20 ihre Heimat.
In den neuen Räumlichkeiten konnten die Angebote ausgebaut und noch besser strukturiert werden.
Und der beliebte Cafébetrieb wurde aufgenommen: An drei Nachmittagen und am letzten Sonntagnachmittag im Monat öffnet das Café Lamerdin seine Türe: für Bewohner/innen des Lamerdin-Hauses, für Gruppen aus der Kirchengemeinde, für Menschen aus dem Veedel. Hier begegnen sich Gäste aller Couleur, nicht nur zum Kaffeetrinken. Hier kann man das monatlich stattfindende Literarische Café oder die Kultur-Bar besuchen oder am 1. und 3. Dienstag im Monat ins „Café für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“ gehen. Das Ungewöhnlichste an diesem Café ist sicher, dass es zwar hauptamtlich koordiniert, aber von ehrenamtlichen Frauen sehr erfolgreich geleitet wird.

Aktuelles
Das Café für Demenzerkrankte ist ein neues Projekt im Seniorennetzwerk. Wir reagieren hiermit auf einen sichtbar wachsenden Bedarf. Kaffeetrinken, Erzählen, Spielen … Ins Café für Menschen mit Demenz kommen Betroffene, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr oft unter die Leute kommen. Mit diesem Angebot sind aber auch die Angehörigen herzlich eingeladen, denn sie finden bei dort kompetente Gesprächspartnerinnen und sie können mit anderen Betroffenen ins Gespräch kommen. Das „Team DemenzCafé" wurde für diese Aufgabe besonders geschult.

Neu im Programm sind auch Yoga für Senioren und ein regelmäßiger Gedankenaustausch zu Themen des Älterwerdens. Außerdem ist die mittlerweile 54. Busfahrt in Planung, diese Ausflüge - meistens mit einem kulturellen Angebot verbunden - bedürfen guter Vorbereitung. Für das nächste Programm werden schon Ideen gesammelt und ach, ja: Die Homepage ist nicht mehr up to date, das nächste „CaféTeam" muss vorbereitet werden, mit der Seniorenband und dem Netzwerkchor „Gut gestimmt!" sind Termine abzustimmen … Wer kann am nächsten Arbeitskreis in Lindenthal teilnehmen?
Und natürlich das tolle Programm der Festwoche vom 12.-18. Oktober 2015 muss geplant und
vorbereitet werden. Dies alles gehört zu den Aufgaben von Frau Wiesner-von den Driesch und ihrem super-engagierten Team.

Und ganz sicher wird bald wieder jemand in ihrer immer offen stehenden Bürotüre stehen und fragen: „Ich hab da mal eine Idee…“, „Kann man hier mitmachen?“ … Ideen und viel Arbeit werden dem Seniorennetzwerk auch in den nächsten 10 Jahren sicher nicht ausgehen!

Das war das Programm unserer Festwoche:

Montag, 12. Oktober
10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnung mit Frühstücksbüfett
14.30 Uhr Eröffnung der Ausstellung „Die Welt der Formen“

Dienstag, 13. Oktober
14.30 Uhr Spielenachmittag im Café Lamerdin

Mittwoch, 14. Oktober
15.00 Uhr Tanznachmittag mit Heinz Hammerschlag

Donnerstag, 15. Oktober
15.00 Uhr Erzählcafé im evangelischen Frauenkreis

Freitag, 16. Oktober
15.00 Uhr Offenes Singen mit unserem Netzwerkchor „Gut gestimmt!“

Samstag, 17. Oktober
18.00 Uhr The Groove@Grufties „Die Rock’nRollatorShow“

Sonntag, 18. Oktober
10.00 Uhr Festgottesdienst mit anschließendem Empfang


Und für Interessierte nochmal zum Nachlesen:

Unsere Pressemitteilung

2005 – 2015 10 Jahre Seniorennetzwerk

Begegnung, Lebensfreude, Engagement: Vom 12.-18. Oktober feiert die Evangelische Kirchengemeinde Köln-Klettenberg ihr vielseitiges Seniorennetzwerk ganz groß! Gymnastik, Gedächtnistraining, Tanz, Wandern, Chor, Konversationskurse, Busfahrten, KulturBar u. v. m. managen eine Hauptamtliche und über 50 Ehrenamtliche. Hilfe und Unterstützung kommen vom Besuchsdienst und einem Förderverein. Unterhaltung gibt’s im Café Lamerdin in der Wittekindstraße 20. Das „Café für Demenzkranke und Angehörige“ ist das neueste Angebot.
Highlights der Festwoche sind die Ausstellungseröffnung „Die Welt der Formen“ am 12.10., 14.00 h, „The Groove@Grufties“ mit der „Rock’n Rollator Show“ am 17.10., 18.00 h (Karten s. u.!) und der Festgottesdienst am 18.10., 10.00 h im Tersteegenhaus, Emmastraße 6.


Kontakt  / Informationen / Fragen zum Programm:

Michaela Bassiner
Einhardstraße 5, 50937 Köln
Tel.  (02 21) 94 40 13 88
Fax. (02 21) 94 40 13 45
Email: seniorennetzwerk-klettenberg(at)kirche-koeln.de
Homepage: www.kirche-klettenberg.de

Bürozeiten Seniorennetzwerk: Montag und Mittwoch 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr